Die Geschichte der Steirischen Harmonika

Eines fast vergessenen Instruments

Die Steirische Harmonika hatte es nicht immer ganz einfach. Eine Zeit lang ging man davon aus, dass sie schon bald in Vergessenheit geraten wĂŒrde. Doch dann kam ihre Rettung. Im weiteren Verlauf des Artikels erfĂ€hrst Du mehr ĂŒber ihre turbulente Geschichte!

Deshalb ist die Steirische Harmonika so besonders

Die Steirische Harmonika (liebevoll auch „Ziach oder Quetschn“ genannt) ist ein bemerkenswertes Instrument mit Tradition, das wieder mehr an Beliebtheit gewinnt. Sie findet ihren Ursprung im österreichischen Wien und zĂ€hlt zu den diatonischen, wechseltönigen Akkordeons.

Im Gegensatz zu anderen diatonischen Akkordeons zeichnet sich die Steirische durch ihre stark klingenden HelikonbÀsse und den Gleichton aus.

Eingesetzt wird sie hauptsĂ€chlich beim Spielen von alpenlĂ€ndischer Volksmusik, wofĂŒr sie besonders aufgrund ihres diatonischen Aufbaus geeignet ist. So kam sie auch zu ihrem Namen: als „steirisch“ wurde in Wien lĂ€ndliche Musik bezeichnet.

Noch heute findet sie Verwendung in Gegenden wie Bayern, SĂŒdtirol, Österreich, Slowenien oder Tschechien.

Die Erfindung der Steirischen Harmonika

Das Akkordeon – das Ur-Instrument, aus dem die Steirische Harmonika entstanden ist – wurde von Cyrill Demian zusammen mit seinen beiden Söhnen im Jahre 1829 erfunden.

Es war die erste Handharmonika, auf der man Akkorde und nicht nur einzelne Töne spielen konnte. Das Akkordeon besaß einen Bass und fĂŒnf Tasten auf der Diskantseite. Damals wurde dieses Instrument noch im Liegen gespielt.

Schon 1870 gab es Instrumente, die vom Aussehen her mit der Steirischen Harmonika enorme Ähnlichkeit hatten.

Steirische Harmonika vor petrolfarbenem Hintergrund
Eine Steirische Harmonika in ihrer vollen Pracht.

Vom Mummelputz zum heiß begehrten Volksmusikinstrument

Aller Anfang ist schwer! So hatte auch die Steirische Harmonika anfÀngliche Probleme, im 20. Jahrhundert von den Menschen gemocht zu werden.

Das Ende der Steirischen Harmonika?

Eine Zeit lang hatte man den Eindruck, die Steirische wĂŒrde bald Geschichte sein.

Grund hierfĂŒr war unter anderem, dass sie nur ĂŒber das Gehör erlernbar war, denn die Griffschrift existierte noch nicht und die Methode von Ditsch war nicht praxistauglich.

Ein weiterer Grund war die Tatsache, dass sich der Musikgeschmack der Leute zu der Zeit in eine ganz andere Richtung entwickelt hat: nÀmlich zum Schlager und zur amerikanischen Musik, die zu der Zeit populÀr wurden.

Diese Musikstile aber konnten – aufgrund ihrer tonlichen Begrenzung – nicht auf der Quetschn gespielt werden. Dies fĂŒhrte 1950 und 1970 fast zum Untergang der Steirischen Harmonika – zum GlĂŒck nur „fast“.

Rasante Gewinnung an PopularitÀt

Der Musiklehrer und Musikant Max Rosenzopf entwickelte schließlich die Griffschrift, wodurch die Steirische Harmonika einen riesigen Aufschwung erlebte. So stieg die Zahl der Steirische-Harmonika-Spieler deutlich an. Denn nun war ein Lehrmittel vorhanden, mit dem es möglich war, auf einfache Weise dieses Instrument zu erlernen.

Fast zeitgleich veröffentlichte Josef Peyer ein Schulwerk in Notenschrift.

Zum Ende des 20. Jahrhunderts und zum Anfang des 21. Jahrhunderts haben außerdem Hubert von Goisern und die Band Attwenger zur PopularitĂ€t des Musikinstruments beigetragen.

Optik- und Klangwandel der Steirischen Harmonika

Seit 1870 hat sich bei der Ziach in Sachen Optik und Klang einiges getan, wobei das typische Aussehen immer noch dem zu Anfangszeiten Ă€hnelt. Die Form und Ausstattung hat sich im Laufe der Jahre stetig verĂ€ndert und verbessert. Ihnen stehen heutzutage unterschiedliche Muster, Farbvariationen und Designs zur VerfĂŒgung – mit traditionellem, modernem, flippigem oder auch exotischem Look.

Die Vielfalt von nicht-Ă€ußerlichen AusfĂŒhrungsmerkmalen war zum Zweiten Weltkrieg am grĂ¶ĂŸten. Damals gab es viel mehr kleine Unternehmen, die Harmonikas anfertigten – auch auf Kundenwunsch.

Vor allem dreireihige, aber auch vier- und fĂŒnfreihige Steirische Harmonikas wurden zu der Zeit angefertigt. Die frĂŒheren Modelle (1914-1930) waren deutlich kleiner als die, welche nach 1990 gebaut wurden. Zudem klang der Bass der Ă€lteren Harmonikas fast immer weicher als der der neueren AusfĂŒhrungen.

Was es frĂŒher noch nicht gab, ist die Möglichkeit, die Harmonikas elektronisch zu verstĂ€rken. Das ist speziell fĂŒr BĂŒhnenmusiker sinnvoll.

Die Bauweisen unterscheiden sich außerdem von Hersteller zu Hersteller. Mehr dazu (und weitere ausfĂŒhrliche ErklĂ€rungen) findest Du hier.

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